Ist das E-Auto eine Alternative?

Strombedarf bei einer Umstellung von Verbrennngsmotor zu E-Auto

Aus einer Studie der Beratung PwC: „Wären aktuell alle Autos in Deutschland mit Strom betrieben, stiege der Strombedarf um rund ein Drittel des heutigen Gesamtbedarfs pro Jahr.“  Bei einem aktuellen Verbrauch von rund 530 Terawattstunden (TWh) (530 Terrawattstunden = 530 Mrd. KWh) im Jahr wäre das also eine Zusatzlast von gut 175 TWh.

Aus einer McKinsey Studie: Ein Anteil von 40 Prozent E-Pkw würde einen zusätzlichen Strombedarf von 40 TWh erfordern – bei hundertprozentig elektrifiziertem Pkw-Verkehr also rund 100 TWh. (= 100 Mrd. KWh) https://edison.handelsblatt.com/erklaeren/so-viel-strom-braeuchte-ein-vollstaendig-elektrischer-strassenverkehr/23204256.html

Aus einer Darstellung des Bundesministerium für Umwelt: „Eine vollständig elektrifizierte deutsche Pkw-Flotte von 45 Millionen Fahrzeugen hätte einen Strombedarf von rund 90 Terawattstunden (TWh). Dies entspricht weniger als einem Sechstel der aktuellen Bruttostromerzeugung in Deutschland.“ (Seite 2 der Kurzinformation Elektromobilität bzgl. Strom- und Ressourcenbedarf) https://www.bmu.de/fileadmin/Daten_BMU/Download_PDF/Verkehr/emob_strom_ressourcen_bf.pdf

Quelle: So viel Strom bräuchte ein vollständig elektrischer Straßenverkehr. Blackout oder nicht: Wie würde sich die Stromnachfrage verändern, wenn über Nacht alle Kraftfahrzeuge auf deutschen Straßen elektrifiziert würden? Wir haben nachgerechnet. Von Robyn Schmidt | 24. Oktober 2018. https://edison.handelsblatt.com/erklaeren/so-viel-strom-braeuchte-ein-vollstaendig-elektrischer-strassenverkehr/23204256.html

Ein mittleres Atomkraftwerk wie das Kernkraftwerk Emsland hat eine Nennleistung von etwa 1.400 Megawatt, das entspricht jährlich elf Milliarden Kilowattstunden (11 TWh) Strom für 3,5 Millionen Haushalte. https://www.ndr.de/nachrichten/Watt-Das-leisten-die-Anlagen-im-Vergleich,watt250.html

Das Braunkohlekraftwerk Neurath erzeugt netto knapp 30 TWh (= 30 Mrd. KWh) elektrische Energie. Es handelt sich teilweise um modernste Anlagentechnik mit relativ hohem Wirkungsgrad. Bild: RWE AG.

Ergebnis: Man bräuchte also grob gerechnet rund 10 Atomkraftwerke wie das Kernkraftwerk Emsland oder etwa 3 Braunkohlekraftwerke von der Größe wie Braunkohlekraftwerk Neurath um 100 TWh Strom zu erzeugen.

Ist das Elektroauto wirklich ein Irrweg?

In den vergangenen Monaten ist die Kritik an batteriebetriebenen Elektroautos stärker geworden. Golem.de hat sich die Argumente der vielen Kritiker zur CO2-Bilanz und zum Rohstoff-Abbau einmal genauer angeschaut. Eine Analyse von Friedhelm Greis veröffentlicht am 10. Juli 2019, 12:07 Uhr.
https://www.golem.de/news/co2-emissionen-und-lithium-ist-das-elektroauto-wirklich-ein-irrweg-1907-142336.html

„Würde beispielsweise im Verkehr 12% weniger Kraftstoff verbraucht, so sparte dies mehr Energie ein, als alle Windkraftanlagen liefern. Stattdessen wurde die Leistung der neu zugelassenen PKW in den vergangenen 10 Jahren im Mittel um 18% erhöht, ihre Anzahl um 11%.“ Energiewende: Fakten, Missverständnisse, Lösungen –ein Kommentar aus der Physik, 04.09.2019. Prof. Dr. Dr. h.c. Dirk Dubbers, Prof. Dr. Johanna Stachel, Prof. Dr. Ulrich Uwer. Physikalisches Institut der Universität Heidelberg,
https://www.physi.uni-heidelberg.de/~dubbers/energiewende/text.pdf, Seite 4


Kleinere Autos – als Verbrenner und als E-Auto

„Eine behutsam motorisierte Automobilflotte etwa, in der kein Auto schneller als 120 Stundenkilometer Höchstgeschwindigkeit fahren kann, kommt mit deutlich geringeren Treibstoffmengen aus und erlaubt außerdem andere Lösungen, was Materialien, Gewicht, Sicherheitsausstattung und Formgestaltung betrifft . Und erst bei behutsamen Leistungen kann das Elektroauto die Verbrennungsmotoren hinter sich lassen.“
Sachs, Wolfgang: Suffizienz. Umrisse einerÖkonomie des Genug, uwf UmweltWirtschaftsForum, 2015, Jg. 23, Nr. 1-2, S. 6

Fazit

Das Elektroauto wird die Probleme des Straßenverkehrs nicht lösen. Die Zahl der Fahrzeuge wird weltweit eher zunehmen, die Städte und Dörfer der Welt werden weiterhin durch die Blechlawinen überschwemmt, die Zahl der Verkehrstoten wird zunehmen. Ob die Umstellung auf E-Mobilität im Autoverkehr die ökologische Belastung der Erde vermindern wird, ist unwahrscheinlich.  Ein Umstieg ändert den Energieverbrauch nicht, da dieser großenteils durch die Geschwindigkeit und das Gewicht der zu bewegenden Masse bestimmt wird. Ob es eine Reduktion bei den Emissionen geben würde, ist ungewiss.