SUVs. Sport Utility Verrücktheit

SUVs in den Medien

Klimakiller / Pseudogeländewagen /  die sinnlose Panzerkapsel / das Automobil als solches ein sehr tödliches Verkehrsmittel / klimaschädliche Stadtgeländewagen / SUV-Wahn in Städten / tyrannosaurushafte Ressourcenschleuder mit wahlweise sechs oder acht Zylindern / adipös und breit sich auf die Straße ergießendes Vollkaskoblech / Monstertruck / die Heilige Kuh auf vier Rädern / PS-Protze / ein panzerähnlicher SUV / absurd füllige SUV / ein Auto für Oberförster / Kraftmeyerauto / ein zweieinhalb Tonnen schwerer BMW X5 / ein zweieinhalb Tonnen schwerer Audi Q7 / seit Jahrzehnten wachsen Fahrzeugbreite, Länge und Höhe der Neuwagen wachsen in Deutschland schubweise ins Irre / der SUV, eine automobile Pandemie / völlig übermotorisierte Panzermodelle / neue Premium-SUV / SUV-Monster der Extraklasse / Panzer, die durch die Innenstädte pirschen / getunte Nobelkarrossen / Jungfernstieg als Präsentiermeile für getunte Nobelkarrossen / PS-Junkies

Mehr als 200 Millionen SUVs auf den Straßen

Die Internationale Energieagentur (IEA) verweist auf die Aussage der ‚World Energy Outlook  2019‘ , dass 200 Mio SUVs weltweit unterwegs sind und dass ihre CO2-Emissionen seit 2010 um 0,55 Gigatonnen auf rund 0,7 Gigatonnen gestiegen sind. Die SUVs leisteten damit nach dem Energiesektor den zweitgrößten Beitrag zum Anstieg der weltweiten CO2-Emissionen seit 2010.
https://www.iea.org/newsroom/news/2019/october/growing-preference-for-suvs-challenges-emissions-reductions-in-passenger-car-mark.html

2,3-Tonnen-SUVs – BMW setzt auf noch größere und schwerere Autos

Stand: 10.10.2019, „Luxus-Offensive“, Philipp Vetter, Wirtschaftskorrespondent. https://www.welt.de/wirtschaft/article201700984/Luxusoffensive-2-3-Tonnen-SUVs-BMW-setzt-auf-noch-groessere-und-schwerere-Autos.html?utm_source=pocket-newtab

SUVs: Botschaft von Rücksichtslosigkeit und Protzsucht

Die Zahl der zugelassenen Special Utility Vehicles (SUV) nimmt immer mehr zu. Über fünf Millionen sind in 2018 in Deutschland zugelassen. Die höchste Steigerungsrate wies das Segment der SUVs mit +19,9 Prozent aus. Der Trend zu den überdimensionierten Spritfressern ist ungebrochen. Eine privilegierten Minderheit demonstriert ihren Wunsch nach persönlicher Protzsucht und Egoismus gegenüber allen Überlegungen des Umwelt- und Klimaschutzes schutzes. Auch gefährden sie ihre Mitmenschen im Straßenverkehr, stellen eine Bedrohung für Radfahrer, Kinder und Rentner dar und blockeren den knappen Raum auf den Parkplätzen. Niemand benötigt ein solches Gefährt, um sich fortzubewegen.
(vgl. https://www.heise.de/tp/features/SUVs-Botschaft-von-Ruecksichtslosigkeit-Herrschsucht-und-vermeintlicher-Ueberlegenheit-4451981.html)

Dicker, breiter und immer verrückter

Immer mehr Deutsche wollen immer größere Autos fahren. Sie kaufen sich SUVs. Die Garagen, Parkplätze und Durchfahren wurden für die kleineren Fahrzeuge der alten Generation dimensioniert. Jetzt zeigt sich das Problem, dass die Leute mit ihrem überdimensionierten SUVs zwar in ihre Garage noch reinfahren, aber nicht mehr aussteigen können. Die Tür lässt sich nicht mehr öffnen. Auch in Parkhäusern wird das rangieren, parken und ein- und aussteigen immer schwieriger. Der ADAC hat das Problem erkannt und hat die Lösung parat. Nach Meinung des ADAC ist es wichtig, diese Verordnungen dem aktuellen Stand der Technik anzupassen. „Insbesondere sollte die Stellplatzbreite von derzeit 2,30 auf 2,50 m erhöht werden, um den gestiegenen Fahrzeugbreiten gerecht zu werden.“ https://www.adac.de/_mmm/pdf/fi_parkhaeuser_empfehlungen_126563.pdf, Januar 2018)

SUVs und imperiale Lebensweise

„Im Geländewagen- und SUV-Boom manifestieren sich die imperiale Lebensweise und ihre tendenzielle Verallgemeinerung auf eine besonders anschauliche Weise. SUVs sind äußerst ressourcen- und emissionsintensiv. Sie sind schwerer, haben einen höheren Luftwiderstand, sind meist stärker motorisiert – und verbrauchen daher mindestens 25% Treibstoff mehr als konventionelle Fließ- und Stufenheckfahrzeuge. (….) Aufgrund ihrer Größe nehmen SUVs mehr öffentlichen Raum in Anspruch als andere PKW. Und schließlich ist bei einem Unfall mit SUV-Beteiligung das Risiko, getötet oder schwer verletzt zu werden, für die Insassen eines kleineren PKW deutlich höher als für die Insassen des SUV. Auch für Fußgänger ist das Risiko, bei einem Zusammenstoß mit einem SUV schwer oder lebensbedrohlich verletzt zu werden, höher als bei einem Zusammenstoß mit einen kleinerem Auto“ (S. 126).

Buchbesprechung von Udo Brandes: Ulrich Brand, Markus Wissen: Imperiale Lebensweise, Zur Ausbeutung von Mensch und Natur im Globalen Kapitalismus; Oekom-Verlag, München 2017, 3. Auflage, 14,95 Euro. http://www.nachdenkseiten.de/?p=41496#more-41496