Aktuelles

  • Später, nur nicht heute

    Einzelne können das Klimaproblem nicht lösen, sondern nur die Politik. Warum diese Schwierigkeiten hat, das Problem zu lösen, liegt am Anreizsystem in unserer Demokratie. Die Wähler wollen Vorteile für sich jetzt und heute; Politiker wollen gewählt werden. So erklären beide, die besten Absichten zu haben, sind sich aber insgeheim einig, die Lösung des Klimaproblems in die Zukunft zu verschieben.

  • Auszüge aus der Website von Boje Maassen

    1. Der motorisierte Individualverkehr ist die größte Irrationalität der Gegenwart.
    2. Kreuzfahrtschiffe, habituelles Autofahren und Fernsehkonsum sind strukturähnlich: Sie enthalten ein Maximum an Pseudoerlebnissen und ein Minimum an echten Erlebnissen.
    3. Anwesenheit von motorisierten Fahrzeugen verhindert Schönheit.
    4. Der Egozentrismus der Autofahrer bedroht massiv Humanität und Ökologie und damit Zukunft der Erde. Muss denn die gesamte Mobilität, also auch jeder Schritt und jede Fahrradfahrt elektrifiziert, d. h. motorisiert werden?
    5. Die Periode der Dominanz des motorisierten Individualverkehrs nach dem zweiten Weltkrieg geht zu Ende und muss zu Ende gehen.
    6. Der Wunsch vieler Autofahrer: Es wäre ideal, wenn jedes Haus einen Autobahnanschluss hätte.
    7. Es gibt gute Mobilität, die die Umwelt schont und beglückt, und schlechte Mobilität, die die Umwelt belastet und die Nutzer von sich und der Welt isolieren. Motorisierter Individualverkehr verkörpert schlechte Mobilität.
    8. Der Verzicht auf das Auto ist keine Zumutung – im Gegenteil, eine Befreiung.
    9. Wir müssen die motorisierte Mobilität einschränken, denn sie dient meistens nicht dem Menschen.
    10. Autofahrer sind momentan bei uns direkt und indirekt die größten Zerstörer. Sie sind Barbaren.
    11. Das Problem ist, dass an dieser Irrationalität so viele Arbeitsplätze hängen.
    12. Das Auto entspricht der instrumentellen (Un-)Vernunft.
    13. Das Auto zerstört massiv Schönheit.
    14. „Nein, wir wollen autofreie Städte, wir wollen Bäume und Gärten statt Parkplätzen und zugeparkten Bordsteinen, wir wollen diesen ganzen Ballast, der mit dem Auto zusammenhängt, nicht mehr.“ (aus einem persönlichen Brief).

    http://www.boje-maassen.de/kritik-des-autos.html, Stand: 26.4.2021

  • Zitate zum Auto

    „Die Zahl der Autos auf deutschen Straßen erreicht in 2026 einen neuen Höchststand.“

    „So kommt es, dass dem Auto-Wahn
    Schier alle Welt bleibt untertan:
    Man findet selten ihn benannt,
    Sein Ausmass wird gar nicht erkannt.“
    (Biederwacker, Freimund: Vom folgenschweren Autowahn, 2018, S. 62)

    „Als einer in des Irrsinns Krallen:
    Dem Motor-Wahn schon tief verfallen.“
    Ach du liebe Zeit: ja ist denn die Nutzung
    eines Autos jetzt auch schon zu rügen?“
    (Biederwacker, Freimund: Vom folgenschweren Autowahn, Siegen 2018)

    „Die Motorisierung Indiens und Chinas würde endgültig die ganze Erde zu einem Treibhaus werden lassen.“ 
    (Wolfgang Sachs, Greenpeace, in: Frankfurter Rundschau, 7. November 1995)

    Sie sägten die Äste ab, auf denen sie saßen
    Und schrien sich zu ihre Erfahrungen,
    Wie man schneller sägen könnte, und fuhren
    Mit Krachen in die Tiefe, und die ihnen zusahen,
    Schüttelten die Köpfe beim Sägen und
    Sägten weiter.

    (Bertolt Brecht)

    „Die Interessengruppe der Ungeborenen ist im parlamentarischen Staat überhaupt nicht vertreten.“ Herbert Gruhl, 1975

  • Moralische Revolutionen

    Appiah, Kwame Anthony: Eine Frage der Ehre: oder Wie es zu moralischen Revolutionen kommt, C.H.Beck, 2011

    Unter einer moralischen Revolution versteht Appiah einen großen Wandel innerhalb kurzer Zeit. Dabei ändert sich nur das moralische Empfinden, sondern auch das moralische Verhaltens (Seite 10). Nach einer moralischen Revolution erscheinen Dinge in einem neuen Licht. Im Rückblick fragen sich dann Menschen: „Was haben wir da nur gedacht? Wie konnten wir das all die Jahre tun?“ In seinem Buch untersucht Appiah drei dieser moralischen Revolutionen: Das Ende des Duells, die Aufgabe des Füßebindens in China, die Abschaffung der atlantischen Sklaverei.

    Appiah fiel bei seiner Untersuchung auf, dass die Argumente gegen die – unmoralischen und später verworfenen Praktiken – schon früher bekannt waren. Die Erkenntnisse waren also nicht neu. Was sich änderte, war die Bereitschaft nach den moralischen Argumenten zu leben (Seite 176). Beim Autofahren fehlt diese Bereitschaft noch. Die Schädlichkeit des Autos ist seit Jahren bekannt, umfangreich wissenschaftlich untersucht und dokumentiert, trotzdem wird der motorisierte Individualverkehr in wachsendem Maße weiter praktiziert .

    Nach einer moralischen Revolution stellen sich Menschen Fragen wie: „Was haben wir uns nur gedacht?“ Oder jemand wird gefragt: „Wie konntet Ihr nur?“

    • Wie konnten wir bloß die Homosexualität zu einem Straftatbestand machen?
    • Wie konnten wir Frauen nur das Wahlrecht verweigern?
    • Wie konnten wir nur die Prügelstraße zulassen?
    • Wie konnten wir bloß Tiere zu Millionen in Tierfabriken halten?

    Eines Tages werden die Menschen nicht nur diese alten Praktiken für falsch halten, sie werden auch glauben, dass sie etwas Schädliches an sich hatten. Sie werden sich für die alten Praktiken schämen. Nach zukünftigen Revolutionen werden sich Menschen fragen:

    • Wie konnten wir bloß zulassen, dass tausende Menschen jedes Jahr im Straßenverkehr starben?
    • Wie konnten wir bloß durch exzessives Autofahren die natürlichen Ressourcen verschwenden?
    • Wie konnten wir bloß durch unsere Autos die Klimakatastrophe herbeiführen?
    • Wie konnten wir bloß durch völlig überdimensionierte Autos die Zukunft unserer Kinder und Kindeskinder gefährden?

    Wie sollen wir von der Welt geachtet werden, wenn wir solche schrecklichen Dinge tun?



    Analog dazu die „time lags“ beim Projektmanagement

    Es kann Jahre dauern, bis sich ökologische Maßnahmen auswirken.

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